Rasendünger - Düngen - Vertikutieren

  • Dein Blumen blühen aber verdammt lange...


    Wo wohnst du denn, dass es noch nach Sommer aussieht?

    Xiaomi Mi Robot alias Betty seit 12/2017

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    Edited once, last by rumper ().

  • Dein Blumen blühen aber verdammt lange...


    Wo wohnst du denn, dass es noch nach Sommer aussieht?

    Ich wohne 12 km von Linz (266m) in Oberösterreich auf Meereshöhe 337m. Die paar Meter Unterschied (und die fehlende Stadt / Beton Speicher Wärme) machen einen Unterschied von 3...4 Wochen in der Vegetationsentwicklung. Das meiste ist aber eh schon verblüht - nur die "fleißigen Lieschen" im Vordergrund vom "Blumenbeet" machen ihrem Namen noch alle Ehre... Rosen probieren es auch noch.

  • die Herbstdüngung bitte durchführen, so spät es geht, jedoch müssen die Bodentemperaturen noch langfristig über 10 grad sein. Also nicht wenn es einmal nachts runter fällt dann düngen, sondern den Wetterbericht anschauen und immer wieder den Boden messen.

    Was meinst du mit langfristig über 10 Grad?


    Woher kann man abschätzen, wie schnell es sinkt?

    Lufttemperatur dauerhaft tagsüber unter 10°C?


    Aktuell haben wir tagsüber immer um 10°C und über Nacht hatte es nur noch 2°C.....

    Momentan habe ich nach einem bewölkten Tag mit sehr wenig Sonneneintrag noch ca. 12°C in 2-4cm Tiefe..


    IMG_20201011_180106.jpg


    Würde die Herbstdüngung gerne machen, sodass die Gräser es noch aufnehmen können ;)

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  • Da kann man lange philosophieren...


    Ich hab gestern mal Patentkali ausgebracht - nicht übermäßig (!) viel. Und dann hat es schön, gleichmäßig, immer ein wenig durch geregnet - ich denke mal das passt so.


    Die Lufttemperaturen wechseln natürlich stündlich - aber der Boden ist jetzt noch über 10°C.


    Jede Düngung ist halt persönliche Gefühlssache. Auch ein hier schon "Erleuchteter" kennt Deinen Garten und Dein Wetter / Klima nicht.


  • Ich würde im Zweifel die Düngung auf 2 Teildüngungen aufteilen und im Abstand von z.B. 4 Wochen ausbringen. Die 10° sind ja auch nur ein Richtwert, es wird in der Praxis kaum so sein, dass bei 10,1° die Gräser wie verrückt wachsen und bei 9,9° plötzlich komplett jedes Wachstum einstellen.

  • Da hat er eben zwei kleine Experten zusätzlich ran gelassen - siehe Foto....;) - mit direkter Harnstoff Gabe...?


    Bin da auch sehr gespannt, was Harnstoff (N) da jetzt noch bringen soll, um die Jahreszeit - vorher wurde ja vermutlich bei den Sommer-Düngungen genügend N (Stickstoff) im Boden deponiert.


    Aber wir alle sind eben in diesem Forum keine wirklichen Experten.


    Ein "Erleuchteter" hier ( top_gun_de) wird uns bestimmt aufklären. Etwa so: Harnstoff wirkt dann erst im Frühjahr....:saint:


    Aber total unabhängig - sehr liebes Foto - gefällt mir --> :thumbup:

  • Das siehst Du falsch - Stickstoff wird im Rasen nicht "deponiert". Dagegen sprechen zwei Dinge:


    - Gras ist bei Stickstoff Luxuskonsument - ein Überangebot wird aufgenommen und für stärkeres Blattwachstum aufgewendet. Stichwort: Stoßwachstum

    - Stickstoff wird vom Boden nicht gepuffert, anders als z.B. Kalium. Was über ist, wandert mit dem Niederschlagswasser in tiefere Erdschichten oder Richtung Erdmittelpunkt, bis es auf Grundwasser trifft.


    Ich dünge deshalb gärtnerisch optimiert: Einmal im Monat geringe Mengen, etwa 3g pro qm. Der Rasen braucht auch im Herbst etwas Stickstoff. Dabei kann man sich auf die geringe Nachlieferung der Regenwürmer verlassen, oder noch einmal etwas Stickstoff geben. Hier wurde wirklich eine sehr kleine Menge gegeben, vielleicht 2kg auf 10kg Patentkali. In Vorjahren habe ich reines Patentkali ausgebracht, aber die letzte Volldüngung war später. Dieses Jahr möchte ich keine späte Volldüngung mehr ausbringen, dafür ist es zu früh kalt geworden. Das hier ist ein Kompromiss.

  • Mit Harnstoff habe ich letztes Jahr noch von Mitte September bis Mitte Oktober gedüngt. Wöchentlich mit 5 g/m². Die Idee dazu hatte ich von den amerikanische Rasenfreaks, wo gerne in den letzten 4 Wochen vor dem vermutlichen ersten Frost so gedüngt wird. Die damit gedüngten Flächen sind besser durch die dunkle Jahreszeit gekommen als der Rest.

    Bild vom 31.01.20: Rechts: 4x 5 g/m² Harnstoff in 4 Wochen:

    Harnstoff vs nichts.JPG


    Der Winter war aber sehr mild und die Gräser-Zusammensetzung entspricht eher jener, wie sie häufig in den USA verwendet wird. Im Poa supina-Rasen war die Wirkung weniger auffällig, doch ist es dort auch viel schattiger.


    Von der Kaliumdüngung habe ich bei ähnlichen Versuchen keine positiven Effekte gesehen.

    Klimazone 7b

    Rasenflächen: 75 m² Poa Supina, 66 m² Rohrschwingel/Wiesenrispe 5:1, 150 m² Rohrschwingel/Rotschwingel/Wiesenrispe/Weidelgras

  • Kruhulik

    ich habe gerade deine Signatur gelesen. Da steht "Rasenflächen: 75 m² Poa Supina, 50 m² Rohrschwingel/Wiesenrispe 5:1, 150 m² Rohrschwingel/Rotschwingel/Wiesenrispe/Weidelgras "


    Hast du wirklich Flächen mit rein Supina und andere Fläcen mit Rohrschwingel/Wiesenrispe und ...?


    Wenn ja, warum? Unterschiedliche Bedingungen? Schatten, Nässe??


    Danke im Voraus für kurze Erklärung.


    VG BR

  • Hast du wirklich Flächen mit rein Supina und andere Fläcen mit Rohrschwingel/Wiesenrispe und ...?


    Wenn ja, warum? Unterschiedliche Bedingungen? Schatten, Nässe?

    Der Supina Rasen besteht zu 20 m² aus reiner Poa supina "Supreme", in diesem Sommer neu angelegt, und 55 m² Kiepenkerl "Royal Supreme" bei dem ich den Supina-Anteil auf etwa 15 % erhöht hatte. 35 m² davon sind 3 Jahre alt, der Reset ebenfalls seit diesem Sommer neu. Im älteren Teil wächst nur noch Supina, außer an den Stellen wo der Rasen zeitweise vertrocknet ist; dort dominiert jetzt der Rotschwingel. Supina deshalb dort, weil ich Jahr für Jahr hunderte Poa annua und Poa trivialis aus dem Rasen entfernt hatte und es nicht weniger wurde. Das ist jetzt vorbei. Außerdem werden die Flächen von großen Bäumen des Nachbargrundstücks und dem Haus beschattet.


    Die Rohrschwingel/Rotschwingel/Wiesenrispe/Weidelgras-Mischung hatte ich als Greenfield Schattenrasen (etliche Bäume auf dem Grundstück) vor etwa 5 Jahren auf allen Flächen ausgesät. Weil dieser aber trotz 60% Rohrschwingel am Ende nur wenig davon enthalten hat, und er ebenfalls durch die Fremdgräser verseucht war, habe ich vor 3 Jahren auf der 50 m² (sind eigentlich 66 m², wie ich jetzt gesehen habe) Teilfläche Kiepenkerl "Sunny Green" ausprobiert (und eben auch die 75 m² Supina). Poa trivialis ist auch dort wieder drin, wie ich feststellen musste durch Verunreinigung des Saatguts, Poa annua aber nur noch sehr wenig, nachdem ich sie immer beim Auftreten ausgerissen habe.


    Im Sommer habe ich eine weitere Teilfläche in den Rasen-Himmel (oder eher Hölle) befördert, die aus Greenfield "American Green" bestand. Das Zeug war im Sommer trotz intensiver Bewässerung teilweise vertrocknet und sehr unschön verfilzt. Dort liegt nun erst seit kurzem Saat vom Rohrschwingel und der Wiesenrispe und hofft noch auf günstige Bedingungen zur Keimung. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Klimazone 7b

    Rasenflächen: 75 m² Poa Supina, 66 m² Rohrschwingel/Wiesenrispe 5:1, 150 m² Rohrschwingel/Rotschwingel/Wiesenrispe/Weidelgras

  • Beim Kalium geht es rein um Frostschutz. Die Temperatur, ab der Gräser vertragen ohne kaputtzugehen hängt von der Sorte und von der Versorgung vor dem Frost ab. Die Gräser brauchen vor dem Winter einen Schlüsselreiz um ihren Stoffwechsel umzustellen, den bekommen sie durch ein Nachlassen der Stickstoffversorgung. Sie reagieren darauf indem sie in der Blattmasse Glukose und Kalium anreichern. Im Oktober ist es deshalb sinnvoll, nur noch wenig Stickstoff zu geben, um dem Gras den Schlüsselreiz "Herbst" zu vermitteln.


    Bleibt die Stickstoffzufuhr hoch, stellt das Gras seinen Stoffwechsel nicht um. Es gibt dazu Untersuchungen - wenn das Gras im Herbst viel Stickstoff bekommen, verträgt es nur wenige Grad unter Null. Wird die Stickstoffzufuhr gedrosselt und ist genug Kalium da, vertragen die gleichen Gräser auch 15 Grad unter Null ohne dass die Zellen platzen.


    Das zügige Ergrünen im Frühjahr fördert man, indem die Frühjahrsdüngung zeitig erfolgt, idealerweise wenn die Wärmesummentage 150 ergeben. Die gehypete Supina freut sich sogar über noch frühere Stickstoffgabe.


    Die US-Youtuber haben leider wenig von den insgesamt sehr guten Erkenntnissen, die man in amerikanischen Forschungsarbeiten findet. Bei den vielen Dingen die da gezeigt werden sind unter anderem auch die richtigen dabei, und im Ergebnis sieht es dann auch gut aus. Da nehme ich eher Typen im Stile eines Andreas Krause wahr, die mit ausbauwürdigem Kenntnisstand und freundlichem Aufreten Dinge auf ihre Fläche bringen. Kann man sehen, alternativ gab es früher Sitcom und heute bezahlte Serien. Fällt eher unter Unterhaltung, und es ist eine Menge Productplacement dabei.