Braava Akkupack Batteriehalter Mod mittels 3D-Druck

  • Nach etwa 15 Monaten Nutzung neigt sich die Lebensdauer des Akkupacks unseres Braava 390t langsam Richtung Ende. Der Braava schafft mit Mühe noch eine Laufzeit von 30 Minuten im Trockenwischmodus.


    Leider sind Ersatzakkus sehr teuer und qualitativ nicht sehr hochwertig. Der Original-Akku kostet 59,99 € im iRobot-Shop und Nachbau-Akkus kosten auch mindestens 15 € und halten teilweise nur 10 Monate, bis sie deutlich an Leistung verlieren.


    Daher hatte ich die Idee, das Akkufach des Braavas so zu modifizieren, dass ein herkömmlicher Batteriehalter für 6x AA Zellen hinein passt. Der Vorteil ist, dass man in diesen Batteriehalter günstige und hochwertige Akkus einsetzen und diese bei Bedarf jederzeit tauschen kann.


    Heraus gekommen ist ein Modell eines modifizierten Akkudeckels, welcher einen Teil der Bodenfreiheit unter dem Chassis des Braava ausnutzt und so mehr Volumen für die Akkus bietet.


    Das 3D-Modell des modifizierten Akkudeckels sowie die genaue Beschreibung des Mods findet ihr auf https://www.thingiverse.com/thing:3319380


    Und nun viel Spaß bei der Umsetzung und ich würde mich über Feedback freuen.


    Viele Grüße,

    Marco

  • Henne78

    Approved the thread.
  • Hey Marco, danke fürs Teilen deiner Arbeit. Finde ich toll. Wie sind die Erfahrungen bislang? Die Idee finde ich total toll. Habe selbst ein paar Akkus rumliegen, die ich einfach verwenden könnte. Man könnte auch einen weiteren Satz bereit halten, um schnell zu wechseln. Eine nachhaltige Lösung!

  • Hallo Henne78,


    leider ist das Projekt bei mir selbst noch im Status Work in Progress.


    Ich warte noch auf die Lieferung des 6x AA Batteriehalters, den ich am 28.12.18 bestellt habe und angeblich am 04.01.19 erhalten sollte. Dann geht das Projekt bei mir aber sofort in die finale Umsetzung, ich werde also bald berichten.


    Bislang habe ich schon einmal die theoretische Planung durchgeführt, das heißt anhand der angegebenen Maße des Batteriehalters und der Maße des Batteriefachs des Braava habe ich schon einmal ermittelt, dass es prinzipiell machbar ist, den Batteriehalter dort unter zu bringen.


    Da es dann aber vor allem mit den Kabeln sehr eng wird, habe ich das 3D-Modell eines modifizierten Batteriedeckels für den Braava designed, der für ein wenig mehr Freiheit sorgt.


    Dieses Modell habe ich auch schon erfolgreich ausgedruckt und an dem Braava montiert, passt perfekt. Allerdings nutze ich derzeit noch den original Akku.


    Daher kann ich aus der Praxis noch nichts zur Laufzeit oder Langlebigkeit der Eneloop-Akkus in Kombination mit dem Braava sagen.


    Allerdings hab ich bereits aus einem anderen Projekt praktische Erfahrungen mit Eneloops sammeln können. Und zwar besitzt meine Schwiegergroßmutter so einen Handstaubsauger, der sich mit einem Stab verlängern lässt, so dass er wie ein vollwertiger Staubsauger genutzt werden kann.


    Leider machten vor etwa 4 Jahren die Akkus dieses Staubsaugers schlapp und meine Schwiegergroßmutter war zutiefst betrübt, dass es ein solches Modell gar nicht mehr in neu zu kaufen gibt. Also versprach ich ihr, den Staubsauger mal anzusehen, ob ich ihn nicht reparieren kann.


    Und als ich das Gehäuse geöffnet habe kam zu meiner Freude ein Akkupack bestehend aus 10x AA Zellen, deren Kontakte miteinander in Reihenschaltung verlötet waren, zum Vorschein. Also bestellte ich 10 AA Eneloop-Zellen, die bereits ab Werk mit Lötfahnen ausgestattet waren und ersetzte so den original Akkupack mit ein bisschen Lötarbeit durch einen neuen, aus Eneloops bestehenden.


    Das Ergebnis war beeindruckend, in so einer hohen Drehzahl hörte meine Schwiegergroßmutter den Motor ihres Saugers nicht mal zum Zeitpunkt des Kaufes drehen. 😉


    Und ich habe mich demletzt erkundigt, ob der Sauger noch funktioniert und habe ein positives Feedback erhalten, also die Akkus funktionieren schon mal an einem Staubsauger auch nach 4 Jahren noch exzellent. Ich gehe daher davon aus, dass dies beim Braava nicht viel anders sein wird.


    Der Vorteil an dem Mod ist halt auch, man kann von Zeit zu Zeit Akkupflege betreiben, einfach mal die Akkus entnehmen und in einem ordentlichen Ladegerät mit Mikrocontroller gesteuerter Einzelschachtüberwachung komplett entladen und neu laden. Gute Ladegeräte liefern dann auch gleich die Restkapazität der Akkus als Information aus.


    Das Problem am Braava ist halt, die Akkus befinden sich erzwungenermaßen in einer Reihenschaltung und in dieser werden sie sowohl entladen als auch geladen. Da bestimmt eben die schlechteste Zelle die Lebensdauer des gesamten Akkupacks, denn wenn eine Zelle in die Knie geht, verringert sich nicht nur die Kapazität, sondern es kommt auch zu einem erheblichen Spannungseinbruch.


    Ich melde mich wieder, sobald ich das Projekt abgeschlossen habe und lade dann auch mal ein paar Bilder hoch und teile meine ersten Erfahrungen hinsichtlich der Laufzeit in unserem 45 qm Wohnzimmer.


    Viele Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr,

    Marco

  • Wow, danke für die ausführliche Erläuterung. Ich drücke fest die Daumen, dass es mit der Lieferung fix geht. Der Einbau ist dann ja vermutlich schnell erledigt. :thumbup:

  • Leider ist das Projekt gescheitert.


    Es ist mir zwar gelungen, den 6x AA Batteriehalter durch Schleifen so anzupassen, dass er gerade so ins Akkufach des Braava passt. Und auch der elektrische Anschluss inklusive Einbau des Temperatursensors war kein Problem.


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    Doch leider stört vor allem der Stecker massiv und ich bekomme den Batteriehalter nicht tief genug versenkt (selbst wenn ich den Kunststoff des Batteriehalters im Bereich des Steckers komplett wegschneide), so dass er unten ganzschön übersteht.


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    Dies war mir zwar bereits vorher bewusst und ich habe deswegen den größeren Akkudeckel designed, den ich per 3D Drucker ausgedruckt habe. Jedoch steht der Batteriehalter leider mehr über als zuvor angenommen und außerdem verdeckt er auch seitlich die Sicke, in der der Akkudeckel formschlüssig abdichten sollte, so dass man den Deckel nicht schließen kann.


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    Daher habe ich mein Modell verändert und mit einer anderen Version des Akkudeckels experimentiert. Diese würde im Prinzip passen, der vordere und seitliche Bereich um die Akkus blieben dabei aber unverschlossen. Außerdem hat der Braava mit diesem Deckel nur noch 1 mm Bodenfreiheit. Hier sind Probleme, dass er sich während der Fahrt an einer Unebenheit / Kante verhakt, vorprogrammiert.


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    Hier noch einmal der Unterschied alter Deckel zu neuer, passender Deckel:


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    Wie man sehen kann, baut der neue Deckel noch einmal deutlich weiter unter dem Boden des Braava auf, so dass am Ende kaum noch freier Raum bleibt.


    Man hätte auch eine neue, längere Schraube, zum Schließen des Akkudeckels benötigt.


    Auch gefällt mir nicht, dass der Deckel nicht einigermaßen dicht abschließt, gerade da der Braava ein Nasswischroboter ist, würde durch die offene Konstruktion eine hohe Luftfeuchtigkeit ins Innere des Batteriefachs gelangen, was eine Korrosion der Kontakte verursachen würde.


    Aus diesem Grund hab ich mein Experiment an dieser Stelle abgebrochen und erkläre es leider als gescheitert.


    Ich habe mir stattdessen für 15 € einen konventionellen Nachbauakku für den Braava gekauft, wenn der nachlässt muss halt leider wieder ein neuer her.


    Viele Grüße,

    Marco

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