Automower 220 AC - Problem mit Messerantrieb - "Mähmotorantrieb defekt"

  • Hallo liebes Forum,


    ich habe letztes Jahr privat einen gebrauchten 220 AC gekauft, der vom Händler gewartet wurde und seit längerer Zeit (einige Jahre) nicht mehr in Betrieb war. Leider habe ich es letztes Jahr nach dem Kauf nicht geschafft, ihn in Betrieb zu nehmen. Nun musste ich vor kurzem feststellen, dass der Messerteller gar nicht, oder nur nach vorherigem Anstoßen gestartet werden kann. Falls er nicht anläuft, was nach längerem Stehen immer der Fall ist, kommt die Fehlermeldung "Mähmotorantrieb defekt". Im Testmenü sind folgende Werte zu lesen, falls der Messerteller gestartet werden kann:


    Strom: 400 bis 600

    Mittelstrom: 516

    Geschw.: 2480 rpm, aber auch teilweise nur 2300 im Leerlauf

    Spannung: 19,9 V


    Diese Ströme scheinen sehr hoch und außerhalb der Spezifikation des Werkstatthandbuchs (40 - 150) zu sein. Der Messermotor scheint sehr leichtläufig zu gehen, wobei beim manuellen Drehen initial ein gewisser Widerstand, wahrscheinlich hervorgerufen durch die Magnete, überwunden werden muss. Aber dann dreht er ziemlich widerstandsfrei. Die Motor-Lager habe ich zur Sicherheit nachgeölt, auch sieht der Motor von innen soweit in Ordnung und korrosionsfrei aus. All dies leider ohne Besserung des Problems. Verschmutzungen liegen auch nicht vor.


    Jetzt habe ich bei einem ähnlichen Problem hier im Forum gelesen, dass entweder der Motor, oder die Hauptplatine Ursache dafür sein könnten. Bevor ich nun das eine oder das andere austausche, möchte ich zumindest ausschließen, das falsche Bauteil zu besorgen oder zu reparieren/verschlimmbessern...


    Was denkt ihr, könnte hier Ursache des Problems sein, oder was kann ich noch unternehmen, um das Problem besser einzukreisen. Könnte die hohe Stromaufnahme auf eine teilweise defekte Motorwicklung hindeuten? Der hohe Mittelstrom deutet darauf hin, dass er wohl schon längere Zeit (mind. 8 Std.) dieses Problem hat. Die Einträge im Fehlerspeicher zeigen auch, dass der Fehler vor der Händler-Wartung vorgelegen haben musste, die lt. Rechnung immerhin knapp 400 € kostete. Wundert mich, dass dies nicht gesehen und behoben wurde...


    Viele Grüße aus dem Bergischen Land,

    Arthur

  • Ich hatte im Frühling 2015, als ich meinen 230ACX neu in Betrieb genommen hatte, diese Fehlermeldung "Mähmotorantrieb defekt" und habe hier im Forum darüber berichtet. Leider finde ich den Beitrag in der neuen Forumsdarstellung nicht mehr. Ja, mein Händler meinte damals, es wäre der Mähmotor oder die Hauptplatine. Es war dann effektiv die letztere. Heute würde ich sagen die Mosfets, die den Motor schalten.


    Auch für mich sind die übermässig hohen Ströme ein Rätsel, welches ich nicht verstehen kann und Dir daher auch nicht mit Bestimmtheit raten kann. Ich würde daher in diesem Fall mal einen Fachmann konsultieren. Wenn Du keinen verlässlichen kennst frag mal hier an:

    http://www.josef-berkenkopf-el…ite=AUTOMOWER-Start&ompid[1]=first&ump=

    Wenn die Ströme rund das vierfache des oberen Spezifikationswerts betragen wundert es mich, dass da die Mosfets nicht gleich durchgebrannt sind. Der Mähmotor selbst ist ja mit max 70 € ein günstiges Bauteil, dies im Gegensatz zur Hauptplatine mit 300-400.


    Viel Glück!

    LOUIS XIV


    NB: Nachdem Du alles bis zum Motor demontiert und die Lager des Motors geölt hast, nehme ich an, dass Du auch die tiefer liegenden Teile auf der Welle auf Leichtgängigkeit geprüft hast. Ich sage das, weil ich vor etwa einem Monat einen total blockierten Messermotor hatte. Ursache war eine Verklebung zwischen der Endplatte des Balg und dem schwarzen Messerteller. Genauer gesagt war diese Verklebung im entsprechenden radialen Spalt zwischen den beiden. Erkenntlich in den beiliegenden Bildern als helle Stellen. Ursache höchstwahrscheinlich polymerisierter Pflanzensaft von Zwiebelgewächsen.

  • Danke für die Antwort! Die Welle und den Motor habe ich bis zu den Magneten zerlegt und keine Verschmutzung festgestellt.


    Könnte nicht auch einfach der Hall Sensor im Motor einen Defekt haben? Das müsste allerdings bedeuten, dass der Motor in Wirklichkeit viel schneller dreht als die vom Sensor zurück gemeldeten 2500 rpm um auf die hohe Stromaufnahme zu kommen. Ein Kabelproblem zwischen Hauptplatine und Motor würde ich zunächst ausschließen wollen, da der Motor vermutlich sonst gar nicht anspringen würde.


    Es könnte aber auch sein, dass die Hauptplatine den Strom fehlerhaft zurück liest und einfach nur defekt ist, was ich nicht hoffe.


    Ich denke ich müsste irgendwie den tatsächlich fließenden Strom messen. Allerdings muss ich dafür das richtige Kabel am Motor auftrennen. Hat jemand von euch eine Pin-Belegung für den Stecker am Motor zur Hand, oder kann mir sagen, welchen Draht ich auftrennen muss um den aufgenommenen Strom zu messen? Eine Strom-Messzange habe ich leider nicht und weiß auch nicht, ob die genau genug sind..


    Gruß

    Arthur

  • 1) Hall Sensor: Hat denn der Messermotor auch einen, hast Du ihn gesehen? Beim Radmotor hat schon jemand über einen korrodierten und deswegen defekten Hall Sensor geklagt, das führte dort zur einer Drehsinnänderung. Weiss aber den Beitrag nicht mehr.


    2) Pin-Belegung. Vielleicht kommst Du mit folgendem Beitrag zur Identifikation:

    http://www.razyboard.com/syste…imo-197397-6167001-0.html

    In dem Beitrag geht es um die Gewinnung eines Steuersignals zur Steuerung der Schranke einerKorridorschaltung. Du erkennst, dass der Motor in zwei Richtungen drehen kann, zur Nutzung der beiden Klingenseiten.


    LOUIS XIV

  • Habe es endlich geschafft, die Strommessung zu machen. Dazu habe ich entsprechend der im vorigen Beitrag verlinkten Pin-Belegung die erste Ader aufgetrennt und ein Amperemeter dazwischen geschaltet.


    Der im Testmenü zurück gelesene Wert von 400 bis 600 entspricht 4 bis 6 A. Hatte ursprünglich 400 bis 600 mA vermutet. Somit müsste doch die Ursache beim Motor zu suchen sein? Die Motorsteuerung und Stromrücklesung scheinen zu funktionieren. Vermutlich liegt ein Wicklungsschluss vor.


    Wundert mich auch nicht, dass bei einem angezeigten Mittelstrom von 500 (=5A) über die letzten 8 Stunden noch nichts durchgebrannt ist.


    Dass der Motor einen Hall-Sensor verbaut hat, war nur eine Vermutung. Gesehen habe ich ihn nicht beim Zerlegen. Gibt es noch andere Möglichkeiten die Drehgeschwindigkeit eines Motors zu ermitteln als durch einen Hall-Sensor?


    Arthur

  • Kurzes Update: Letztendlich war doch die Platine die Ursache. Feuchtigkeit hat offensichtlich dazu geführt, dass einige Stellen leicht korrodiert sind und ein Bauteil durchgebrannt aussieht. Nach der hervorragenden und tollen Unterstützung durch den oben empfohlenen "Josepf Berkenkopf Elektro" Shop läuft das Gerät nun und zieht seine Bahnen. Ich habe die Platine, Motor und Display zum Shop geschickt, wo alles jeweils überprüft wurde. Die Platine ließ sich nicht reparieren, so dass diese gegen eine neue getauscht werden musste.


    Scheinbar kommt dies gar nicht so selten vor, dass Feuchtigkeit eindringt und die Platine zerstört. In der Innenschale meines Mähroboters waren Erd- und Wasserablagerungen zu sehen, so dass ich vermute, dass der Roboter mit direktem Wasserstrahl gereinigt wurde oder über eine Rasensprenganlage gefahren sein muss.


    Viele Grüße

    Arthur