Schädlingsbefall Rasen

  • Hallo zusammen,



    wir haben einen 4 Jahre alten Rasen am Neubau, selbstgesäht. Nach etwas Anschubhilfe im Frühjahr durch Dünger und Nachsaat sowie mechanischem Entfernen von vereinzeltem Klee und ungewünschten Gräsern ist dieser "mustergültig" quietschgrün im Sommer. Gemäht wird mulchend durch einen Mähroboter.



    Nun zum zweiten Mal im Herbst kippt aber der Rasen schlagartig um, wird braun und in weniger als 3 Wochen ist er nahezu dahingerafft. Im Frühjahr muss sicher wieder umfänglich nachgesät werden, um dem Unkraut nicht die Oberhand zu überlassen.



    Anfangs dachte ich super, der ganze Rasen voll mit Regenwürmern, die alles schön auflockern und daher die Erdhäufchen. Heute vermute ich (und so war es bei Stichproben über das Jahr hinweg), dass der Rasen randvoll mit Wiesenschnaken-Larven ist, die alles wegfressen. Sieht das dann so aus? Nächstes Jahr nach aufarbeiten des Ganzen eine Nematodenkur im Sommer?



    3 Bilder: Eine Stelle, die noch ok ist, und zwei in der Fläche mit dem Elend



    Gruß



    Sascha

  • Wenn du recht hast, ist der Dezember nicht so optimal zur Bekämpfung. Jetzt im Dezember kannst du die Fläche einfach Walzen (nach starkem Regen) und Kalk auf den Rasen so um 35gr pro qm. Dann hast du kein Problem mehr im nächsten Frühling

  • Hallo Sascha,

    Sieht übel aus. Habe tiefes Mitgefühl. Das Gute an der momentanen Situation ist: du kannst jetzt nichts tun.

    Sogenannte Stadien-Schädlinge sind mehrjährig. Die Schäden, die du jetzt sieht's, stammen von Schädlingen vom letzten Jahr. Soll heißen: je nach Larvenstadium richten sie Schäden an.

    Bist du dir mit Tipula(Wiesenschnakenlarve) wirklich sicher? Welche Größe haben sie momentan?

    War dieses Jahr auch mit Rasenneuanlage dran. Übe jetzt mal etwas Selbstkritik. Ich habe die Wirkung(Schädlingsbefall) bekämpft, aber auch draus gelernt, dass die Ursache in der Rasenpflege lag.

    Die Wiesenschnake fliegt im Spätsommer Ende September/Mitte Oktober. Die abgelegten Eier und geschlüpften Larven ernähren sich zunächst von abgestorbenen Pflanzenresten. Also Pflanzenreste, die nicht umgesetzt worden sind, durch Lüfter oder Striegel entfernen. Bei einer Rasenneuanlage auf langsam bis mittel schnell wachsende Rasensamen achten. Daher keine Wiesengrassamen. Drauf achten, dass ausreichend gedüngt wird. Der Boden sollte einen ganz leicht sauren PH-Wert von 6,5 haben.

    Die eigentlichen Frassschäden werden dann erst von der Larve gemacht, die den Winter im Boden verbracht hat und im Frühjahr wieder kurz unterhalb der Rasennarbe sitzen.

    Grussloll321

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  • Mein Rasen löst sich auch in Wohlgefallen auf.

    Kahle Stellen nehmen immer mehr zu.

    An Dünger und Zuneigung hat es aber nicht gefehlt.

    LG Peter


    Automower 310

    Xiaomi Roborock

  • Kalk als Mittel gegen Schnakenlarven ist mir neu. Hast Du damit Erfahrungen? Kalkstickstoff habe ich schon gelesen, aber das ist nichts für den Dezember.

    Leider habe ich dazu keine wissenschaftliche Publikation. Ich kenne das nur so von meinem Vater, die Fiecher sind ja nicht neu, und kehren gerade im Randbereich einer Stadt regelmäßig wieder.

    Und gegen die Chemikeule habe ich etwas. Bin der Typ der auch gerne mal ein Gemüsebeet einfach mal mitten in die Rasenfläche setzt.


    Allerdings muss das jeder selbst wissen was er da macht.

  • Gegen Tipulalarven gibt es zumindest im Kleingarten auch keine Pestizide. Alles was man machen kann ist mechanisch, mineralisch oder biologisch. Nematoden sind auch einfach nur massenhaft gezüchtete Bodenlebewesen, die aus der Natur entnommen und großmaßstäblich vermehrt werden.


    Kalkstickstoff kann es nicht gewesen sein? Das ist ein normaler mineralischer Dünger, der früher auch im Kleingartenbereich gängig war. Man nimmt heute eher Nitrophoska, weil der nicht so leicht zu überdüngen ist.

  • Leider sehr viele Larven, Wiesenschnacken wie ich glaube.



    Der Rasen ist nach Neubau neu angesäht auf frischem, lockeren Gartenboden. Wasser versickert zügig, aber im Winter ist der Boden wie auch aktuell Recht durchweicht. Aber nicht so, dass man einsinken würde. Fussball würde er aktuell aber nicht vertragen.



    Im Sommer wurde mit NPK gedüngt. Gekalkt oder nachträglich gewalzt wurde bisher nicht. 



    Was mich wundert ist, dass die Larven schon im Herbst so aktiv sind. Geht es nicht eigentlich erst im April los? Jedenfalls sind sie bis dahin auf 3cm lange angewachsen (aktuell ~15mm)

  • Ich würde aktuell nichts versuchen. Mechanische Bekämpfung würde auch den Rasen schädigen. Kalkstickstoff könnte ebenfalls den Rasen hinsichtlich Winterhärte schwächen.


    Ich würde es im März oder April mit 30g Kalkstickstoff versuchen. Für Phosphor und Kalium 14 Tage später noch NPK Volldünger hinterher.

  • Hallo Bucky2k,

    Ja, dein Glaube ist richtig. Es sind leider Wiesenschnakenlarven.

    Schau mal bei e-nema bis zu welcher Tipula-Größe die Nematoden überhaupt Wirkung zeigen. Ich glaube es waren 1,5cm. Kann das aber auch mit der Maikäfer Larve verwechseln, wg. der Größe.

    Hab eben selbst nochmal geschaut. Es wird bei der Tipula nach Larvenstadium unterschieden. Bekämpfbar nur L1-Stadium.

    Über welche Größe der Rasenfläche reden wir hier?

    Grussloll321

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    Edited once, last by loll321: Zusatz ().

  • Oder frag mal beim professionellen Gartenbaubetrieb nach, welches Mittel sie einsetzen. Wie top_gun_de schon schrieb, gibt es für den Privatanwender ohne Sachkundenachweis nur beschränkte Möglichkeiten. Aber für den professionellen Anwender gibt es schon Mittelchen.

    Grussloll321

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  • Gerade wenn der Rasen eh weg soll, ist der Einsatz von Kalkstickstoff (nicht Kalk) eine Lösung die risikolos ist. Dann dürfen es auch 40-50g pro qm sein. das ist normaler landwirtschaftlicher Dünger - günstig und vom Privatmann problemlos zu kaufen. Das einzige Risiko ist bei hoher Dosierung ein Verbrennen der Nutzpflanzen, und wenn ohnehin eine Neuaussaat geplant ist, ist das kein echtes Problem.

  • D.h. Kalkstickstoff jetzt auf die sichtbar betroffenen Stellen reduziert die Larven ordentlich? Dann würde ich das machen. Nach Vertikutieren im Frühjahr mit ordentlich Eingrifftiefe ist eh Ackerland, aber die Larven überleben trotzdem

  • So, Kalckstickstoff, 15kg auf 300m2, hat nun ein mittleres (Tipula-)Massaker angerichtet. Der verbleibende Rasen sieht noch ok aus, tote Tipulalarven oberflächlich teils 20 stck / dm2. Leider hat es auch einige Regenwürmer erwischt.


    Ich hoffe die Kur hatte nicht nur oberflächliche Wirkung und im Frühjahr nach Vertikutieren und Neuansaat ist erstmal Ruhe.


    Welches Saatgut würdet ihr empfehlen? Gemäht wird mit Gardena (Mulchen), kinderbespielter Rasen, sowohl teils sehr trockene als auch sehr nasse Phasen (nur 15cm Mutterboden auf undurchlässigem Lehmboden, wenig speicherfähig). Also etwas robustes hätte ich gern.


    Gruß


    Bucky

  • Hallo Bucky,

    erst einmal Danke für deine Rückmeldung.

    Wenn Du zu solch einer Aktion Photos noch einstellen kannst, wird es noch nachvollziehbarer, ob diese Methode/Anwendung/Erfolg für den einen oder anderen bei Wiesenschnakenbefall auch eine Lösung ist.

    Du hast jetzt ca. 50g/m² Kalkstickstoff ausgebracht. Und der Rasen ist noch da? oder ist er abgestorben?

    Zu deiner Frage nach der Rasensaat kann ich nur bedingt behilflich sein. Ich habe im September 2019 eine Komplett-Neuanlage gemacht. siehe #342

    Habe den Kiepenkerl Majestic Classic genommen. Ich habe keine spielenden Kinder oder Tiere auf dem Rasen. Der Rasen ist, so würde ich bezeichnen, ein Repräsentationsrasen. Er ist aber schon recht strapazierfähig. Aber wieviel er verträgt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend sagen. Das wird das Frühjahr zeigen.

    Die Sorten Festuca rubra und Poa pratensis sind schmalblättrig(siehe Bild -linke Pflanze). Sehen sehr schön aus. Ist aber Geschmachssache. Die Gesamtzusammensetzung von den vorgenannten Sorten und der Sorte Lolium perenne (auf dem Bild rechts) macht dann den Gesamteindruck aus.

    Meine Frau und ich sind zufrieden. Genau wie wir es wollten, nicht zu hell und auch kein Dark Green. Zumal diese Sorten nun endlich keine Futterpflanzen mehr sind, die sehr schnell wachsen.

    Wenn ich nochmal eine Rasenneuanlage machen müsste, was ich nicht hoffe, dann würde ich nicht nur 12g/m² Rasensamen pro Gang nehmen (also 12g längs und 12g quer), sondern eher 15g/m² pro Gang.


    IMG_20200109_100229_1.jpg


    Grussloll321

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  • Hast Du denn die Tipula auch bei Dir drin? oder liegt es an der Rasensorte?

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