Erfahrungsbericht Roomba 775 Pet und VR200

  • Hallo zusammen,


    vor einer Woche kam mein Roomba 775 Pet an, den ich im Rahmen einer Aktion für 294€ erstanden habe, statt der 420€.
    Der Plan, einen Roboter anzuschaffen, stand schon länger. Interessiert haben wir uns eigentlich für den Mercedes, den Vorwerk VR200, den wir auch hier zum Testen haben. Ich werde also auch den ein oder anderen Vergleich ziehen.


    Gegebenheiten:
    3 Zimmer, ca. 77qm, hohe Sockelleisten (weder der Vorwerk, noch der Roomba kommen drüber), Möbel (ach nee), Teppich mit langen Zotteln im Wohnzimmer vor dem Sofa, Kabel lose an der Wand entlang, keine Haustiere.


    Zum Roomba:
    Ausgepackt, aufgeladen, starten lassen. Skurril schaut es ja aus, wie das Ding hin und her flitzt und saugt. Er macht sauber, überall. Unablässig und geduldig fährt er hin und her und kämpft sich um Stulhlbeine herum und lässt Kabel wieder los. Und das ganz ordentlich. Im Zimmer meiner Mitbewohnerin hat er etwas mehr Probleme. Es ist sehr verwinkelt und er bricht die Reinigung dort zu früh ab (nach ca. 10 Minuten), so dass man ihn dort zwei mal starten muss. Schade, aber bei dem Preisvorteil zu verschmerzen. Auch hatte er ein paar Probleme mit dem Schrank im Flur. Der hat unten eine Lücke, die gerade hoch genug ist, dass er sich seitlich drunter schieben kann, dann aber nicht mehr rauskommt. Nach einem Versuch mit der Virtual Wall habe ich den Schrank ein paar mm höher gelegt. Er kommt jetzt wieder selbstständig raus. Die Virtual Wall führte dazu, dass der Roomba bereits 30cm vor dem Schrank abdreht, was irgendwie nicht im Sinne des Erfinders ist.
    Die Saugleistung würde ich eher als bescheiden bezeichnen, wie ein Akkusauger eben. Auch die schmale Bürste finde ich nicht so gut. Er muss schon genau über den Dreck rüberfahren. Aber was ihm im Oberstübchen fehlt, hat er in den Beinen bzw. Rädern. Er läuft und läuft und am Ende ist fast alles, irgendwie, sauber. Passt also. Dann soll es mir auch egal sein, wie gründlich ein einzelner Sauggang ist.
    Absolut genial finde ich, dass er unter dem Sofa, den anderen Schränken usw. saugt. Das ist für mich als saugfaulen Allergiker wirklich toll.


    Am Montag kam der Vorwerk zum Testen:
    Die Saugleistung ist phänomenal im Vergleich. Auch Fussel an der Seite und kurz vor der dem Vorwerk werden weggesaugt. Das ist schon eine andere Liga. Im Zimmer meiner Mitbewohnerin macht er nach einem Arbeitsgang alles sauber. Schon super.
    Allerdings kommt auch der Vorwerk nicht über die Türschwellen und will in andere Räume getragen werden. Die bessere Navigation hat bei uns also nur einen geringen Vorteil. Dass er insgesamt langsamer fährt als der Roomba finde ich auch besser. Wenn er gegen Gegenstände fährt, passiert das immer sehr langsam. Nicht, dass der Roomba bisher irgendwas zerstört hätte oder ich Angst hätte, dass das passiert (der Bumper hat genug Spiel und der Roomba bremst sehr schnell beim Auftreffen), aber der Umgang der Front des Vorwerks mit dem Mobiliar ist doch sichtlich schonender.
    Der Hintern des Vorwerk allerdings ist ein Biest. Wenn er feststeckt, setzt er immer deutlich kräftiger zurück als der Roomba, ohne Rücksicht und durch die Metallkontakte schrabbt er gerne an der Wand und Möbel herum und hat auch schon Spuren hinterlassen. Nicht schön. Der Vorwerk verfängt sich immer am Zottelteppich im Wohnzimmer. Da müsste ein Magnetband hin. Auch sonst hat er sich bereits zwei mal aus wirklich einfachen Hindernissen nicht selbst befreien können. Dazu kommt, dass die Basis vor sich hin brummt. Bei diesem Preis erwarte ich ehrlich gesagt schon "aufstellen und vergessen" und Perfektion.



    Zusammengefasst:
    Der Roomba ist manövrierfähiger und hat sich bisher nicht verfangen, ohne sich selbst befreien zu können (mit Ausnahme des nun entschärften Schranks). Auch Schäden am Mobiliar erwarte ich keine. An der Saugleistung auf dem Hartboden gibt es nichts auszusetzen und es ist bei uns sauberer denn je, und das dauerhaft. Seine Devise: Steter Tropfen höhlt den Stein.
    Der Vorwerk hat eine super Saugleistung und tolle Navigation. Aber trotz Vorbeugung verhakt er sich bei uns an nicht ersichtlichen Hindernissen und gibt auf. Außerdem ist sein Metallhintern Gift in solchen Situationen, da ist er gnadenlos. Irgendwie dann doch eher ein Raufbold denn Kobold.
    Wenn die Wohnsituation so wäre, dass alle Räume am Stück gesaugt werden könnten, würden wir uns definitiv für einen mit Navigation entscheiden (alles mit Lighthouses voll zu pflastern kommt nicht in Frage), sei es der Vorwerk, LG oder Neato. In dieser Situation ist der extrem unkomplizierte Roomba aber wirklich genau der richtige für uns, und das zu dem Preis. Da verschmerzt man es, dass er in einem Raum zwei mal hintereinander saugen muss. Wir sind sehr zufrieden.